Für Windows ungültige Dateinamen auf einem USB-Stick reparieren

Ich habe letzte Woche einen USB-Stick mit TV-Aufnahmen erhalten.  Leider konnte mein Fernseher zwar die Ordner anzeigen, die Dateien darin aber nicht einlesen und hat sie immer als „leer“ dargestellt.

Unter Windows habe ich mir den Inhalt des Sticks dann mal angeschaut und folgenden Aufbau der darauf enthaltenen Dateien und Ordner gefunden:

Name der Sendung:Inhalt der Folge

Mit dem „:“ im Namen kann Windows nichts anfangen. Was nun? Umbenennen funktioniert nicht, weder über den Windows Explorer, noch über die Kommandozeile. Kopieren geht natürlich auch nicht…nach ein wenig googeln und einigen Fehlversuchen kam…

CHKDSK der Weltenretter

Achtung: Bei dem Vorgehen werden einige Informationen verlorengehen! Lest den Artikel erst bis zum Ende und entscheidet erst anschließend, ob ihr diesen Weg wirklich gehen möchtet.

Wie bin ich dabei vorgegangen?

  • Eingabeaufforderung als Administrator öffnen
  • auf das Laufwerk unter dem der USB-Stick gemappt wurde wechseln
  • folgenden Aufruf ausführen

    chkdsk /V /F

  • Daraufhin läuft CHKDSK los und überprüft den USB-Stick
    Wichtig: Der Stick darf dabei durch keinen anderen Prozess blockiert sein. Alle anderen Zugriffe (also etwa durch offene Windows-Explorer-Fenster). Dies kann durch die zusätzliche Angabe /X erzwungen werden

    • Der Stick selbst – der ansonsten hoffentlich in Ordnung ist – übersteht die Prüfung. Die Ordner und Dateien mit dem „falschen“ Namen aber werden als falsch indiziert erkannt und durch CHKDSK „repariert“.
    • Das heißt nicht anderes, als das Windows die Ordner und Dateien in einen versteckten Systemordner mit dem Namen found.000 verschiebt (die Nummer kann abweichen).
  • Um an diesen Ordner nun heranzukommen, werden alle seine Attribute zurückgesetzt

    attrib -S -H -R -A

  • Der Zugriff wird aber weiterhin verweigert. Um diesen wiederzubekommen, den Windows Explorer aufrufen und auf das Laufwerk des USB-Sticks wechseln.
    Hinweis: Sollte dies fehlen, den Stick einfach nochmal neu einstecken.

    • Über das Kontextmenü die Eigenschaften aufrufen
      • Hierfür sind Administrationsrechte erforderlich. Je nachdem, wie euer Windows konfiguriert ist, müsst ihr euch hier also als Admin authentifizieren.
    • Im Eigenschaftendialog auf den Reiter Sicherheit wechseln und auf Bearbeiten klicken.
      • Hier nun Hinzufügen anklicken, in das Eingabefeld Jeder eintragen und mit OK bestätigen.
        Jeder steht nun in der Liste der Gruppen- oder Benutzernamen
      • Diesen neuen Eintrag markieren und in der unteren Liste bei Vollzugriff den Haken bei Zulassen machen
      • Alle Eigenschaftendialoge mit OK bestätigen

 

Keine perfekte Lösung

Das war’s. Wir haben die Dateien nun wieder zugreifbar und können damit arbeiten. Einziger Wehrmutstropfen: die Dateinamen sind vollständig verloren gegangen und einfach nur mit CHK0000.chk durchnummeriert. Hier ist also noch ein wenig Nacharbeit erforderlich.

Bei zu vielen Dateien solltet ihr also dann doch besser auf eine Linux-Notfall-CD zurückgreifen, wie etwa

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